Inklusives Planspiel „Stadt in der Stadt“

Ein Banner weist auf das inklusive Ferienspiel Stadt in der Stadt in Addis Abeba hin
Ein Banner weist auf das inklusive Ferienspiel Stadt in der Stadt in Addis Abeba hin.

Das inklusive Planspiel „Stadt in der Stadt “ entwirft ein faires und ökologisches Modell für die Zukunft.
Wie sieht das Leipzig der Zukunft aus? Wie sieht das Addis Abeba der Zukunft aus? Was für eine Stadt wünschen wir uns? Und was können wir dazu beitragen?

Wäre es nicht schön, wenn wir in einer Welt leben, die uns ein friedliches Miteinander ermöglicht – solidarisch, im Einklang mit ökologischen Werten, fair und kreativ?!

Im inklusiven Planspiel „Stadt in der Stadt“ gelingt es, durch die Methode spielerischen Lernens eine inklusive Modellstadt zu planen, zu bauen und mit Leben zu erfüllen. Das Projekt „Stadt in der Stadt“ kann auf die langjährige Kompetenz seit 2006 zurückgreifen: Es ist als Kooperationsprojekt angelegt und ermöglicht, Fähigkeiten, Kompetenzen, Ressourcen und Kontakte zu vernetzen. Wissenstransfer und Kultur verstehen wir dabei als Schlüsselelemente des Miteinanders. Täglich spielen und bauen bis zu 250 Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren ihre eigene Stadt aus Holz. Theater, Malerei, Sport, Tanz, Basteln, Spielen: Alles kann ausprobiert werden. In Workshops können Kinder verschiedene Handwerke kennenlernen und erfahren praktisch nachhaltige Prozesse der Ökonomie, der Ökologie, soziale Aspekte und Demokratie. Das Projekt soll in erster Linie dazu dienen, dass die Kinder ihr kreatives Potenzial erkennen und entsprechend nutzen. Die Betreuer sind zwischen 13 und 75 Jahre alt. Sie dürfen den Kindern lediglich assistieren.

Kinder in Addis Abeba bauen eine barrierefreie Stadt aus Holz.
Kinder in Addis Abeba bauen eine barrierefreie Stadt aus Holz.

Das Projekt „Stadt in der Stadt“ bezieht alle Generationen ein, Menschen mit und ohne Handicaps, Menschen verschiedener sozialer Gruppen, Bildungshintergründe, Ethnien, Heimatländer oder religiöser Anschauungen. Es wird durch bürgerschaftliches Engagement im Ehrenamt, wirtschaftliche Sponsoren und kommunale Förderung unterstützt. Das Projekt fördert Kreativität und Talent sowie das Gemeinwohl und wirkt solidarisierend zwischen den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten und Akteuren. Die Kinder von heute sind die Entscheider von morgen. Was sie heute verstehen, werden sie in Zukunft anwenden. Von den täglich bis zu 120 Betreuern und Helfern unterstützen mehr als 90 Prozent das Projekt ehrenamtlich. Sie realisieren das Leipziger Planspiel jährlich in den ersten beiden Wochen der Sommerferien. Der Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Burkhard Jung, ist der Schirmherr.

Zwei Teilnehmerinnen aus Äthiopien zeigen ein Schild mit der Aufschrift City within the City Leipzig Deutschland und ein Tuch.
Zwei Teilnehmerinnen aus Äthiopien zeigen ein Schild mit der Aufschrift City within the City Leipzig Deutschland und ein Tuch.

Das inklusive Projekt ermöglicht Kindern und Betreuern die Behinderungen anderer zu akzeptieren, ihnen zu helfen und sie zu fördern. Für die teilnehmenden Kinder in der Ferienwerkstadt ist das eine wichtige Erfahrung. Was sie jetzt lernen, wird später ihr Denken und Handeln beeinflussen. Kinder mit sozialen Auffälligkeiten lernen, im Team mitzuarbeiten, andere Entscheidungen zu akzeptieren und eigene Ideen umzusetzen. Sie verstehen, dass sie respektiert werden und Freunde gewinnen können, wenn sie gesellschaftliche Normen akzeptieren und anwenden. Das äthiopische Projekt konzentriert sich auf die ärmsten Kinder. Sie erfahren im Projekt eine unbeschwerte Zeit und ihre Selbstwirksamkeit.

Aus Stoffresten basteln die Kinder phantasievolle Puppen.
Aus Stoffresten basteln die Kinder phantasievolle Puppen.

Seit 2016 entwickeln wir das Projekt einer inklusiven Kinderstadt mit unseren äthiopischen Partnern in Addis Abeba weiter und lernen voneinander. Jeder der Projektpartner bringt Stärken ein, aber auch eigene Lernziele. Wir erfahren seitdem, welche Wege der Bildung, Qualifizierung und Integration unsere äthiopischen Partner gehen. Die äthiopische Beteiligung in Leipzig wiederum trägt zum toleranten und weltoffenen Ambiente der Kinderstadt bei, so dass sich auch Kinder aus anderen Herkunftsländern, wie z.B. Flüchtlingskinder, wohlfühlen können. Ziel der deutschen und äthiopischen Projekte ist, Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu motivieren, sich entsprechend ihrer Begabungen weiterzuentwickeln und gesellschaftlich benachteiligte Menschen einzubeziehen, ehrenamtliches Engagement zu fördern und auch arbeitslose und studierende Menschen in Verantwortung und Fortbildung zu bringen.